Ich kenne dich!

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Ok. Ich muss zugeben – seit ich keinen Partner mehr an meiner Seite brauche, ist es auch mal ganz nett durchzuatmen ohne Lernaufgaben. Ein Seelenpartner schmeißt dir ständig irgendwelche Aufgaben vor die Füße, triggert dich oder löst zumindest etwas in dir aus, das du schon längst abgearbeitet haben solltest. Und dann kommt dieser Vorwärtsdrang, es wieder zu tun: Du arbeitest fleißig an dir. Schließlich kennst du das Leid und willst da nie wieder hin…Plötzlich ist da diese wohlersehnte Phase der Pause. Ohne Partner. Du bist einfach glücklich mit dir selbst. Kannst dich genießen. Hast deinen Wert erkannt und bist voll in der Selbstliebe angekommen. Es fehlt dir wirklich an nichts – auch, wenn du manchmal im Urlaub ein bisschen wehmütig zu den frisch verliebten Pärchen schaust, die Hand in Hand durch die Gegend schlendern.

Und was soll ich sagen: Es ist genau dieser Moment, wo dir der nächste Partner vor die Füße geschmissen wird. So als würde er direkt vom Himmel fallen.

Da steht er nun – aktiviert dein Herzleuchten. Und du denkst: Komisch. Und sei vorsichtig. Oder: Was soll das jetzt? Und dann geht der Prozess wie im Zeitraffer. Du erkennst, wer da vor dir steht. Du erinnerst dich. Siehst Bilder. Bekommst ein Dejavu. Vielleicht machst du eine professionelle Rückführungshypnose, um die Dinge schneller zu kapieren. Und schon wieder ist da ein Mensch, mit dem du in einem früheren Leben zu tun hattest. Ein Mensch, mit dem du eine Lernaufgabe meistern darfst. Eine Aufgabe, die ihr beide noch nicht abgearbeitet habt. Und wieder haut es dich komplett um. Dieses Mal noch heftiger als je zuvor. Es aktiviert deine schlimmsten Trigger. Warte mal – war da noch nicht alles in mir geheilt??? Ja, die Erkenntnis ist heftig. Die Emotionen durchfluten deinen Körper. Trauer, Todessehnsucht, Verzweiflung, Armut, Affären…das ganze Drama noch einmal von vorne. Und du bist froh, dass du dein spirituelles Werkzeug an der Hand hast, denn ohne geht hier gar nichts mehr. Ein böser Blick in den Himmel mit der Frage: Was soll das?…aber es kommt nur ein Lachen zurück und die Erkenntnis, das du dir das im Laufe deiner ganzen Leben selber kreiert hast. Na Danke, liebe Seele. Dann spielen wir das Spiel auf dieser Bühne halt noch einmal. Er geht in den Rückzug, obwohl doch alles super gelaufen ist. Wir haben uns zumindest bestens unterhalten. Und spüren tut er mich auch in seinem Herzen – aber er gibt es nicht zu. Fataler Fehler. Gefühle klären 3.0, Loslassen auf hohem Niveau und natürlich: Klappe halten. Denn eins kann ich wunderbar – lossabbeln und jedes meiner Gefühle in zauberhafte Worte verpacken. Doch was bringt das alles, wenn mein Gegenüber überfordert ist und all das nicht hören will?

Meine Erfahrung: Es gibt nicht nur diesen einen Seelenpartner. Wir glauben, dass das romantisch und zauberhaft ist, aber Fakt ist, dass wir in unseren letzten Inkarnationen hier auf der Erde immer wieder den Menschen begegnen, mit denen wir noch offene Lernaufgaben haben. Und diese wollen unerbittlich bearbeitet werden. Packen wir es also an. Je mehr wir das Spiel verstehen, desto schneller gehen wir als Gewinner raus.

Vielleicht ist das der eigentliche Sinn hinter all dem Aufruhr, der Intensität, dem scheinbaren Chaos: Dass wir uns selbst tiefer erkennen. Dass wir – trotz Tränen, Trigger und Zurückweisungen – jedes Mal ein Stück freier werden und noch mehr in der Selbsterkenntnis und Liebe ankommen. In jeder Begegnung liegt ein Schlüssel, in jedem Rückzug eine Einladung, dich selbst wieder ein Stück mehr zu umarmen. Es geht nicht darum, jemanden festzuhalten, sondern dich selbst nicht mehr zu verlieren und den anderen einzuladen, unabhängig und frei zu sein. Ihn nicht zu drängen, dass man diese Beziehung unbedingt will, sondern ihm zu zeigen, wie sehr man selbst mit sich zufrieden ist, so dass beide sich jeden Tag neu füreinander entscheiden würden. Weil das einfach anziehend ist.

Also ja, ich atme. Ich genieße. Ich bin ganz bei mir – auch wenn es in meinem Herzen zieht, auch wenn es brennt, weil da wieder jemand vor mir steht, den ich göttlich liebe und nachdem ich mich so sehr sehne.

Wenn wir das Spiel durchschauen, können wir nur noch gewinnen. Dann wird jede Begegnung zum Werkzeug unserer Freiheit. Und das ist vielleicht das Schönste daran: Dass es nicht mehr um die große romantische Liebe da draußen geht – sondern um die Liebe zu uns selbst, die bleibt, egal wer kommt oder geht.

In diesem Sinne: Bühne frei. Das Herz kennt den Weg.

Karla Bordeaux
(Die mit dem offenen Herzen. Und der Erinnerung daran, dass alles seinen Sinn hat – selbst das Drama, wenn es mal wieder vor deiner Tür steht…)

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